4. Oktober 2012

I like Herbst: Kürbismarmelade

Kürbismarmelade habe ich schon gekocht, als ich noch keine Kinder hatte und mit Schnuffi zusammen in der Nähe von Nürnberg in einem kleinen Haus wohnte, das einen Kachelofen und Fensterläden hatte und komplett mit Efeu, Wein und Bauernhortensien bewachsen war. Im Herbst machten wir beide lange Spaziergänge über die nahegelegenen Felder und sammelten alles, was uns vor die Nase kam: die letzten Zwetschgen an den Bäumen, Äpfel und Birnen, die keiner mehr erntete, Holunderbeeren satt.

Und als ich mal beim Bauern klingelte und nach Kürbissen fragte (damals waren Kürbisse noch nicht so in Mode), führte mich die Bauersfrau hinters Haus neben den Hühnerstall, neben dem ein ganzer Anhänger mit Kürbissen stand. „Nehmen Sie soviel sie tragen können, die wachsen bei uns auf dem Acker.“ – höhö, kleiner Scherz, ich konnte natürlich nur einen tragen.

Aber aus dem kochte ich meine erste Kürbismarmelade und sie schmeckte himmlisch. Woher ich damals das Rezept hatte, weiß ich nicht mehr. In all den Jahren habe ich es mehr oder weniger aus dem Kopf gekocht, mal dies, mal das verändert. Heute schreibe ich es für euch mal auf.


Man nehme:

750g Kürbisfleisch
Schale und Fruchtfleisch einer unbehandelten Orange
Schale und Saft von zwei kleinen Zitronen
1 walnussgroßes Stück Ingwer
0,5l Orangensaft (Direktsaft, nicht aus Konzentrat)
500g Gelierzucker 2:1


Und das geht so:
Den Kürbis (ich habe einen viertel Muskatkürbis – geschält – und einen halben kleinen Hokaido – ungeschält – verwendet) entkernen, je nach Sorte schälen und in Stücke schneiden und in einen Topf geben.

Mit einem Zester von der gewaschenen Orange und den Zitronen die Schale abziehen. Die Orange filetieren, das Fruchtfleisch in den Topf geben und den Rest der Orange darüber auspressen. Den Ingwer schälen und fein hacken, mit den Orangen- und Zitronenschalen ebenfalls in den Topf geben.

Den Kürbis samt weiterer Zutanten mit einem halben Liter Orangensaft aufgießen und 20-30 Minuten kochen, bis die Kürbisstücke weich sind. In der Zwischenzeit die Gläser heiß spühlen und auf einem sauberen Geschirrtuch bereitstellen, die Zitronen auspressen.

Wenn der Kürbis weichgekocht ist, wird alles mit dem Zauberstab fein püriert. Nun den Gelierzucker und den Zitronensaft dazu geben, alles nochmal 3 Minuten aufkochen. Ein paar Tropfen der Marmelade auf einen kalten teller tropfen. Wenn die Marmelade schnell fest wird, hat sie lange genug gekocht. Sie sollte aber nicht ganz fest werden, sonder eher die Konsistenz von Lemon Curd haben.

Nun wird die Marmelade in die Gläser gefüllt, diese verschlossen und auf den Deckel gestellt, bis sie abgekühlt sind. So hält der Deckel schön dicht.

Schmeckt total lecker auf eine Scheibe frisch getoastetes Bauernbrot mit Schmand. Himmlisch herbstlich!

Die Marmelade schmeckt natürlich mit jeder Sorte Kürbis anders. Aus nur Hokkaido-Kürbis mochte ich sie zum Beispiel nicht so. Sehr lecker schmeckt sie auch aus diesen großen „normalen“ Kürbissen, die unsere Eltern früher zu diesem schröcklichen, in Essig eingelegten süß-sauren Kürbisnachtisch verarbeitet haben. Den Muskat-Kürbis habe ich nur wegen der grünen Schale geschält. Die gefällt mir in der Marmelade nicht so. Wenn man ihn zu einer Suppe verkocht, kann man die Schale nämlich mitkochen und mitessen.


Wie man Marmeladengläser schnell und simpel aufhübschen kann, habe ich in dem „Geschenke zum Selbermachen“-Beileger aus der aktuellen Brigitte entdeckt. Hübsch, neech?

Kommentare:

  1. Ganz lieben Dank, Susanne, ich werde es die Tage mal nachkochen. Liebe Grüße, Bine

    AntwortenLöschen
  2. Oh, das klingt ganz wunderbar lecker! Ich habe noch nie Kürbismarmelade gegessen, sollte ich aber wohl einmal probieren. LG, Annette.

    AntwortenLöschen
  3. Wir machen im Herbst immer Kürbis-Apfel-Zimt Marmelade. Die ist auch himmlisch! :-)
    LG Ute

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das klingt aber auch seeehr lecker! Falls du das Rezept mal aufschreibst, darfst du das hier auch gern verlinken! Ich würde mich freuen!

      Liebe Grüße,
      Susanne

      Löschen
    2. gerade eben gekocht - leeeeeeeeeeeeeeecker, hätte ich schon heiß gleich weglöffeln können!! und es riecht hier sooo gut! wird wiederholt und ich freu mich schon drauf diese marmelade in einem hübsch verziertem glas weihnachten verschenken zu können. vielen dank für das tolle rezept und LG *Stina*

      Löschen
  4. Ähm...du hast einen Daisy-Teller!??!?!
    Wo gibt´s denn bitte sowas?
    Danke für dein Marmeladenrezept! Hier kommt bisher Kürbis nur in Suppenform auf den Tisch. An Marmelade hab ich mich noch nicht rangetraut. Muss ich wohl. :D

    Liebe Grüße!

    Mlle Pfingstspatz

    AntwortenLöschen
  5. Hähhhhhhhhhh, wo gibt es den bitte diese Teller zu dem Stoff??? :-) lG Melanie

    AntwortenLöschen
  6. Oh, der Teller... also, den gibt es leider nur in „Privatbesitz“. Ich habe irgendwann mal nur für uns Daisy-Teller machen lassen. Aus dem Teller-Verkaufsgeschäft bin ich leider komplett ausgestiegen, denn das lohnt sich für mich nicht. Der Aufwand steht leider in keinem Verhältnis zu dem, was hängen bleibt. Und seit Wadoo so unverschämt die Preise erhöht hat, ist das sowieso keiner Rede mehr wert.

    Liebe Grüße,
    Susanne

    AntwortenLöschen
  7. Yummy, die Marmelade hört sich superlecker an!! Das Rezept koch ich mal nach!
    Lg, Miriam

    AntwortenLöschen
  8. (^___^)

    der Kürbisnachtisch meiner Oma !! Bah, was hab ich mich früher geekelt, haha!
    Ich probiere das Rezept auch mal aus! Danke :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, gruselig, oder? Ich habe auch Jahre gebraucht, bis mich mal jemand überzeugen konnte, dass Kürbis auch lecker sein kann ;)!

      Liebe Grüße,
      Susanne

      Löschen
  9. Super, vielen lieben Dank! Ich liebe Kürbis und werde es am Wochenende gleich mal testen :-) Ab zum Bauern um die Ecke mit dem Fahrrad und einen Kürbis aufgeladen. Geht da Hokaido?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. (Siehe oben!)

      Nur Hokkaido würde ich nicht nehmen. Der schmeckt ja so ein bisschen mehlig und so schmeckt dann auch die Marmelade. Wenn du sehr gern mit Hokkaido kochst, würde ich auf jeden Fall noch eine andere Sorte Kürbis dazu nehmen!

      Liebe Grüße,
      Susanne

      Löschen
  10. Wenn ich den ersten Absatz gleich zu Beginn lese, bekomme ich eine Gänsehaut, so schön hast Du das beschrieben und ich kann mich dort "hineinträumen"!

    Danke für das tolle Rezept und liebe Grüße und einen schönen Tag

    Uschi von: hutliebhaberin.......

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Uschi, dir auch!

      Liebe Grüße,
      Susanne

      Löschen
  11. Oh wie lecker!

    Ganz doll lieben Dank fürs teilen!!!

    Kürbissuppe und diverse andere Kürbiskeiten werden von den Klawitterlingen einfach nicht "angenommen"!

    Deine süße Variante wird da sicher ne Ausnahme machen!

    Ach ich freu mich!

    Herzig

    ursel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hihi, das kenne ich! Wobei meine Kinder wenigstens Kürbissuppe essen und mein Mann auch alles andere aus Kürbis. Bei Zucchini ging es mir so. Da hab ich kurzerhand einen Zucchinikuchen gebacken und alles war gut ;)!

      Liebe Grüße,
      Susanne

      Löschen
  12. liebe susanne,
    du schmeisst mit ideen gerade so um dich, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst anfangen soll...
    nähen, kochen, einkochen...? oder doch lieber einen hund bei uns willkommen heißen ;))
    heute habe ich erstmal rest dutch love popeline abgebaut, damit ich wieder platz im stoffregal habe.
    vielen dank für die tollen neuen stoffe, ich freue ich schon sehr darauf!
    liebe grüße, miriam

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Miriam, ich will einfach nicht verantwortlich dafür sein, dass Langeweile aufkommt ;)!

      Aber am besten eins nach dem anderen. Und die Marmelade macht sich superfix, versprochen!

      Liebe Grüße,
      Susanne

      Löschen
  13. Hach, ich habe gerade einen Kürbis im Keller liegen - vom Kartoffelacker beim Bauern ;-) Trotz dass mein Marmeladenregal nur so ächzt, werde ich nun wohl noch Kürbilade dazuzaubern. Danke fürs Rezept! LG Nicole

    AntwortenLöschen
  14. ...erst dachte ich SanddornMarmelade.
    beim Lesen dann... aus Kürbis? Noch nicht gehört und demnach auch noch nie probiert. Vieleicht, wenn wir Kürbis satt haben und ich mal von der Nähsucht weg komme. Das Rezept liest sich jedenfalls ausprobierbar. LG Alex

    AntwortenLöschen
  15. Oh wie köstlich! Danke für dieses tolle Rezept. Nach Kürbiseis und Kürbisbrot werde ich mich denn nun an Kürbismarmelade versuchen. Irgendwie muss meine Kürbissammlung ja verarbeitet werden (ja, es gibt sie, die Kürbissucht ;-)
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  16. OH wie lecker!!! ich geh dann mal schnell in die Küche,....
    ach nee vorher noch zum Kürbis-Bauernhof....

    Das wird nachgekocht, essen die Kids die auch?

    Ich mach immer nur Kürbischutney, das ist auch ganz hervorragend, kommt demnächst ;-)

    Liebe Grüße
    Martina.

    AntwortenLöschen
  17. Dieses Rezept klingt wundervoll - ich werde die Marmelade gleich heute Abend nachkochen und die Tage bestimmt auf meinem Blog davon berichten, wenn ich darf. :)

    Viele liebe Grüße von einer bisher stillen Leserin...

    AntwortenLöschen
  18. Sooooo lecker! Hat mir diesen verregneten Herbsttag echt versüßt! War alles nur noch halb so grau!

    DANKE Elsbeth

    AntwortenLöschen
  19. 1000 Dank für dieses tolle Rezept! Ich habe die Kürbismarmelade heute gleich nachgemacht und bin begeistert - superlecker!

    http://schoenertagnoch.blogspot.de/2012/10/nachgemacht-kurbis-orangen-marmelade.html

    Viele Grüße und "schöner Tag noch!",
    Juliane

    AntwortenLöschen
  20. Liebe Susanne, danke für das tolle Rezept! Ich hab´s nachgekocht und bin begeistert! Obwohl es bei unserem Türken heut nur Hokkaido gab, schmeckt´s wunderbar. (Ich habe den Hokkaido allerdings geschält und "entkernt").
    http://fraeuleinzwirn.blogspot.de/2012/10/kurbismarmelade-la-hamburger-liebe.html
    Viele Grüße, Claudia

    AntwortenLöschen
  21. ...und ich ärger mich, dass ich im Sommer so marmeladenkochfaul war und nur 6 Gläser im Keller stehen! Dankedankedanke! Dann ist der Winter marmeladentechnisch ja gerettet. Das wird morgen gleich probiert. :-)

    AntwortenLöschen
  22. Danke für dieses tolle Rezept. Hab Kürbis erst letztens für mich entdeckt und musste das sofort ausprobieren. Es schmeckt soooo lecker! Danke!

    GLG!
    Nicole

    AntwortenLöschen

Hallo ihr Lieben, schön, dass ihr auf meinem Blog zu Gast seid!
Ich freue mich wirklich über jeden eurer Kommentare!

Alles Liebe,
Susanne